Samstag, April 29, 2006

Entschuldigung, arbeiten Sie hier?

Was für einen Unteschied zehn stunden Schlaf und ein bißchen Shopping machen können... ich war heute gleich wie neugeboren nach beidem. Diese letzte Woche war einfach schief gewickelt, mit Schlafdefizit von Anfang an. Dabei ist Shopping in Ungarn schon ein Erlebnis für sich... dazu gleich mehr. Zunächst mal ein paar meiner Lieblingswörter auf Ungarisch:
  • icipici (sprich: itzipitzi) heißt "klein". Ist das nicht geil?
  • drót (sprich: droht, mit rollendem r) heißt "Draht"
  • muszáj (sprich: mussei) heißt "es muss sein"

Die letzteren beiden sind Lehnwörter aus dem Deutschen, logischerweise.

Also, der Tamás hatte mir von dem coolen Tisza-Laden erzählt. Das hat mich so angemacht, dass ich heute gleich hin bin. Aber Achtung: das ist nicht mein Kollege Tamás, sondern ein neuer Bekannter. Der spricht 1A deutsch und auch englisch, denn er hat 5 Jahre in den USA studiert. Und das hat er sich finanziert über ein Stipendium für Osteuropäische Volkstänzer. Er musste also quer durch die Staaten mit der Volkstanzgrupp der Uni Pittsburgh fahren und vornehmlich vor Osteuropäischen Auswanderern auftreten, dafür hat er ein Stipendium bekommen. Sachen gibt's... abere andere Leute spielen halt Baseball oder so.

Das coole an Tisza: es war früher im Sozialismus das eizige Sport-Label. Man hat es jetzt wiederbelebt, weil man dachte, Retro ist im kommmen. Und man hatte recht: als ich in den Laden am Astoria reinging, sah ich gleich super Schuhe. Ich stehe also vor dem Regal und überlege. Die Verkäuferinnen verhalten sich, nun ja, unaufdringlich -- obwohl der Laden quasi außer mir leer ist. Sie sind so unaufdringlich (um nicht zu sagen, von meiner bloßen Anwesenheit schon latent genervt), dass ich also die Initiative ergreife, und zu der einen hingehe. Tisza ist hier schienbar wirklich hip, die Verkäuferinnen dementsprechend stylish, aber eine Art hatte sie am Leibe... Ich frage also höflich, ob sie in dem Laden arbeitet und zeige also auf einen Schuh und frage (mit leichten grammatikalischen Fehlern), ob ich den in 42 mal anprobieren könnten. Sie deutet ein Kopfschütteln an und sagt: nincs. ("Den gibt es nicht..." ergänze: in 42). Ich überlege also, welche mir auch gut gefallen, gehe wieder zu ihr hin (sie hatte sich in der Zwischenzeit dezent entfernt) und frage nach denen. Sie (schon mit angeödetem Unterton): sincs ("Die gibt es auch nicht... " ergänze: in 42).

OK. Ich starre also die Wand mit den tollen Schuhen an und gehe wieder zu der Frau rüber und frage sie: welche gibt es denn überhaupt in 42? Jetzt wird sie etwas gesprächiger, so dass ich das nicht gleich verstehe. Als ich sage: nem értem (ich habe das nicht verstanden) geht sie rüber zu den Schuhen, nimmt einen raus, zeigt auf den Klettverschluss und sagt etwas lauter:
"Klett-ver-schluss". Dann nimmt sie einen anderen und zeigt auf die Schnürsenkel und sagt: "oder Schnür-sen-kel?". (Beide Worte habe ich auf Ungarisch schon wieder vergessen.) Ich entschuldige mich innerlich für meine Existenz und sage, dass mir das erstmal egal ist. Woraufhin sie mir eröffnet, das es praktisch gar keine Schuhe in 42 gibt. Auf meine Frage, warum nicht, gibt sie eine längere Erklärung, von der ich verstanden habe, dass die wohl nicht so massenhaft und auch nicht so schnell produziert werden. Ich könne aber Mitte Mai wiederkommen. Dann könnte es was neues geben. Versprechen kann sie aber nichts. Das ist ja im Prinzip super, wenn ich dann exklusive modellek anhabe... aber geht das nicht en bißchen serviceorientierter? Ich meine, sind wir noch im Sozialismus, oder was? Auf jeden Fall brauche ich solche Schuhe. Dringend. Für's erste verließ ich den Laden dann mit einem supergeilen
Polohemd und einer Art Sportbeutel mit dem Tisza-Logo drauf. Und so sieht das
Hemd aus:


Ich erzähle Euch vielleicht ein anderes Mal, wie es dann heute abend war, als ich im Westend-Shopping-Center eine weiße Hose für die Weiße Party (Deko und Leute in weiß!) gekauft habe... soviel aber jetzt: ich habe noch nie so oft den Satz "Entschuldigen Sie bitte, arbeiten Sie hier?" benutzt. Ich gehe jetzt zu der Party, aber ich muss aufpassen, dass ich mir nicht so die Kante gebe, denn morgen will ein Paper abgeschickt werden. Der Schlaf und die kleine Dosis Shopping haben mich auf jeden Fall ganz inspiriert, so dass ich heute nachmittag
in der Uni gleich eine super Einleitung geschrieben habe.

PS Wer von euch würde sagen, dass ich ein Problem habe, weil ich mir PuTTY auf dem Handy installiert habe? Ich meine, was für ein Nerd ich doch bin...

PPS Soundtrack of now:

  • Jeans Team "Nonstop Nonstop Nonstop (My Robot Friend Remix)"
  • Melnyk "Silence" (Wie konnte ich nur eines der besten Alben des letzten Jahres verpassen?)
  • The Boygroup "Freakalert"
  • Ladytron "Extended Play" (Danke, allofmp3)
  • Atomizer "Zero Zero" Good old days of Synthpop!
  • Elektrochemie LK "Pleasure Seeker" (Ist breits seit drei Monaten mein absoluter Lieblingstrack.)

3 Kommentare:

Anonymous Anonym meint...

Szia Jancsi!
wow, tök jó, hogy írtál rólam a blogodban. Köszi! Puszi! :)

Übrigens, hier ist die Seite der Ami-Volkstanzgruppe falls die jemanden interessiert.
http://www.tamburitzans.duq.edu/

Ciao

2.5.06  
Anonymous Anonym meint...

Szia Jancsi!
wow, tök jó, hogy írtál rólam a blogodban. Köszi! Puszi! :)

Übrigens, hier ist die Seite der Ami-Volkstanzgruppe falls die jemanden interessiert.
http://www.tamburitzans.duq.edu/

Ciao

Tamás

2.5.06  
Anonymous Anonym meint...

mmmmmmh find das lied auch supi, nur find ich den songtext net im internet.... kannst du mir helfen????
su

30.8.06  

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